Für mich gab es in dieser Folge einen ganz anderen Höhepunkt als die bisher genannten. Da hab ich schon am Dienstag losgeprustet, als das kam, und heute hab ich erneut laut losgelacht. Wann passiert das schon mal, wenn man Fernsehen guckt?
Der ausgelassene Stromberg macht nach eigenen Angaben eine "lange" Pause (also ich mach da nicht nur lange sondern eher dicke Pausen

) und veranstaltet mit den diversen Bürogestalten ein Papierfliegerweitschmeißen, komplett mit Klorolle. Und schickt danach ein Mädel los die Weite messen. Welche das auch tatsächlich mitmacht(!) (auch ein Zeichen dafür, wie Schafe halt alles mitmachen, wenn das Alphatier nur selbstbewußt genug rüberkommt) und mit nem Mini-Lineal über den Boden kriecht und misst.
"Wie soll ich das denn messen?!"
Ich hab auch auf dem Boden gelegen, und zwar vor Lachen! Und gleich noch nebenbei wird der Lehnhoff zusammengefaltet. Bravo! Und ich sage das nicht bloß unreflektiert sondern weil er richtig zum Unsympath geworden ist. Am Anfang der Staffel hatte ich noch Mitleid mit ihm, hatte schon befürchtet, dass er zum neuen Ernie wird, der neue
Prügelknabe der Abteilung.
Deswegen empfand ich zunächst etwas Sympathie für ihn, weil dieses Bürogehabe, immer einen bestimmten fertig machen zu müssen, mir widerstrebt. Doch seit Gernot und der Sache mit dem Kreissparkassenarsch ist er bei mir total unten durch. Nun ist er zurecht der
Prügelknabe. Indem er sich anbiedern wollte dadurch, dass er auch noch auf den Ernie einprügelt ("der soll seine Schuppen zählen"), hat er sich als rückgratloser Weichling gezeigt. Er müsste sich eigentlich mit Ernie solidarisieren, da mit beiden grob umgegangen wird. Aber dazu fehlt ihm der Mut. Widerlicher Kerl. Und sowas hat Familie - das arme Kind, was für Werte das wohl vermittelt bekommt.
Ach so, Folge 8 sind wir dran. Ok dann nochmal zurück dahin. Eines ist nämlich noch erwähnenswert - Jennifer ist ein Arsch. So.

Einige meinten, der Ablauf der Folgen sei immer wieder gleich, stimmt aber nicht ganz. Dieses Mal trägt Stromberg keine Schuld daran, dass am Ende ihm wieder alles um die Ohren fliegt. Die EDG liegt nicht in seiner Verantwortung (köstlich, Pfarrer Nolte lässt grüßen!) genausowenig, als wie Jennifer ihn nur als Notnagel sieht. Was für ein Welt- und Männerbild diese Frau in ihrem Interview offenbart, ist unwürdig.
Soso, Stromberg ist also eines New Yorks nicht würdig, aber wenn Botswana angekrochen kommt und bitte, bitte sagt, dann ist das plötzlich auch wieder besser. Dass der sich geändert haben soll, sehe ich nicht. Ging es nicht am Anfang darum, dass er den Kleinen irgendwo sitzen gelassen hat, weil er irgendeinem Murat helfen wollte? Dieses von Jennifer zur Schau getragene rückgratlose nicht-zu-einem-Partner-Stehen ist das Kriterium für einen Rausschmiß. Übrigens haben wir doch auch genau das an Stromberg verteufelt, als er - wie hieß sie noch gleich - Nicole(?) verschweigen wollte.
Man sieht schon, trotz aller Komödiantik steckt in der Serie viel tiefsinniges. Wie hier einer schon bemerkte, einiges ist eher tragisch als komisch. Tragisch auch nicht zuletzt deswegen, weil so Dinge tatsächlich passieren. Und das macht die Serie Stromberg letztendlich aus.