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Alt 11.11.2009, 13:30   #30 (permalink)
wippermann
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Standard Suboptimal SPOILER

Schliesse mich dem vorherrschenden Tenor an - DAS war Stoff für mindestens 16 Folgen (mal so in die Tüte gesprochen...).
Und: Ich werde Fan bleiben, auch die 4. Staffel muss man bestimmt irgendwann aus meinem DVD-Player "herausoperieren".

Und doch:
Ich bin, im Moment noch, enttäuscht!

- Tanja war immer gut und latent Karrierebewusst. Warum weint sie am Ende mit einem Lächeln in Ulfs Armen? Der sie zudem etwas zu dolle wie Scheisse behandelt hat - unrealistisch. Auch sein Verhalten ihr gegenüber vor den anderen - hanebüchen unrealistisch.

- Die anderen wollen (Sprechchöre!) Stromberg zurück? No way, zu einfach.

- Überhaupt die anderen: Waren immer Sympathieträger durch ihre Opferrolle. Jetzt sind sie Täter geworden, stellen sich zudem als faul heraus (nachdem sie in den vorherigen Staffeln Stromberg oft den Arsch gerettet haben) und eine weitere Frage stellt sich unweigerlich:
War Tanja denn wirklich so schlimm als Chefin? Fand ich nicht! (Nebenbemerkung: Waren die anderen jemals so blöd und dumpf wie in der Waffel-Szene? Nein!)

- Warum wird eine erwiesenermaßen hervorragende Kraft wie Tanja bei Beförderung nicht versetzt? Was m.E. im vorliegenden Fall sowieso üblich wäre? (Hätte auch neue Handlungsstränge auftun können, geschenkt.)

- Becker, genau: Warum ist der die ganze Zeit andauernd überhaupt so super gestresst? Einziger echter Sympathiebonus diesmal: Die Verteidigung Tanjas.

- Hausverbot heisst bei Zuwiderhandlung: Polizei! Spätestens Becker hätte sie rufen müssen, wenn Tanja dafür wieder zu nett gewesen ist.

- Schlimmster, weil unrealistischster Auftritt: Der Vorstand. Und die Erika-Nummer von Stromberg.
KEIN Vorstandsmitglied würde jemals so reagieren. Nie. Schon gar nicht (!) sich von einer so offensichtlichen Sabotageaktion beeindrucken lassen; vor allem, wenn im Vorfeld schon ein derartiges Interesse ("...wollen das System bundesweit fahren!") bekundet wird.

- Geradezu symbolisch für das peitschenartige Vorantreiben der Handlung erscheint mir die Flucht von Stromberg aus dem Finsdorfbüro. Ab hier überschlägt sich die Handlung komplett, verschluckt sich, stolpert... und fährt vollends gegen die Wand.

- Und dann sitzt er tatsächlich am Ende wieder in seinem Büro? Kaufe ich nicht.

- Ebensowenig kaufe ich die anhaltende Sympathie von Jennifer für ihn, nach allem, was er da so angezettelt hat. Auch, wenn die Beweggründe für ihre Zuneigung zu ihm gut erklärt worden sind, ist sie ein zu guter Mensch. Wobei dieser Handlungsstrang ja - wie zu viele andere auch! - offen gelassen wird.

Meine deutsche Lieblingsserie war stets mit überzeichneten Charakteren beseelt, schon klar. Aber es überwog IMMER ein realistischer Kern!

Erika fehlt mir auch ein wenig - aber nicht so, dass ich dem Fehlen die "Schuld" an meiner Enttäuschung gäbe.
Diesmal wurden mir zuviele Figuren regelrecht "verraten". Ulf z.B. oder die anderen. Auch Ernie übrigens, wenngleich ich über die "Affenkäfig-Szene" trotz ihrer Klamaukhaftigkeit sehr gelacht habe - und über Praschand, wie er Handyfotos davon macht...

Aber diese, und die Anfangsszene zwischen Ulf und Ernie ("Deutschland ist Weltmeister!") sind diesmal die einzigen Szenen, bei denen ich mich beim laut lachen ertappt habe.

Große Auftritte gab es natürlich auch: Gernot, die fröhliche Polin mit ihrem hinreissend entwaffnenden Lachen, wie auch die depressive Darkwaverin: Alle (glaubt mir) sehr realistisch. Und super gespielt.

Lehnhoffs Ausbau zum Klassenekel, bzw. -Petze gefiel mir auch sehr gut.

Bitte kein Kinofilm.
Lieber eine 5., diesmal mehr "back to the roots"-Staffel.

Geändert von wippermann (11.11.2009 um 13:37 Uhr).
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